Bessere Versorgung von Patienten nach dem Krankenhausaufenthalt

Patienten mit bestimmten Profilkonstellationen – beispielsweise mit einer Tumorerkrankung, nach invasiven Eingriffen oder mit einem geringen Hb-Wert – haben eine erhöhte Wahrscheinlichkeit innerhalb von 30 Tagen wieder ins Krankenhaus eingewiesen zu werden. Dies führt neben einer eingeschränkten Lebensqualität der Patienten zu hohen Kosten für Kliniken und Krankenkassen.

Mit dem Versorgungsprogramm „Krankenhaus im Blick“ wenden wir uns an Patienten, die aus der Klinik wieder in das ambulante Setting entlassen werden. Dazu implementieren wir eine Reihe von Maßnahmen, die sich zum einen an die Patienten direkt – wie beispielsweise Versorgungskoordinatoren oder die engmaschige poststationäre Begleitung von Hochrisikopatienten – zum anderen an die Ärzte, Pflegekräfte und MFA auf der Versorgungsebene wenden.

  • Reduktion der Wiedereinweisungen

  • Sicherstellung der poststationären Versorgung

  • Steigerung der Lebensqualität und Zufriedenheit der Patienten

  • Reduktion vermeidbarer Arztkontakte

Kliniken sind für die Akutbehandlung und die Empfehlung für die weitere Therapie zuständig. Alle Verordnungen sowie die im Krankenhaus eingeleitete Anschlussbehandlung übernehmen niedergelassene Ärzte, sobald der Patient sich dort vorstellt. Allerdings zeigen Daten, dass ein Großteil der Patienten innerhalb der ersten Woche poststationär gar keinen Kontakt zu einem niedergelassenen Arzt hat. Es besteht dementsprechend ein erhöhter Bedarf an Interventionen, die die Inanspruchnahme möglichst zeitnaher poststationären Arztkontakte und die Therapiesicherheit verbessern. Mehr dazu lesen Sie unten bei den Interventionen im Überblick.

Oliver Manske

Versorgungsmanagement

Unsere Partner-Krankenhäuser

“Vernetzung in der Pflege stärken”

erschienen in:

CAREkonkret (26.04.2019)

Bericht zum 1. Qualitätszirkel

erschienen in:

GfBH-Newsletter (2018 - Ausgabe 1)

Der Zuckerdoktor kommt

erschienen in:

NETZNEWS 06/2020

Interventionen im Überblick

Sektorenübergreifende Qualitätszirkel

In regelmäßigen, interdisziplinären Arbeitsgruppen erörtern Haus- und Fachärzte mit Akteuren aus den umliegenden Krankenhäusern, wie sich eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit optimal gestalten lässt und erarbeiten auf die Region zugeschnittene Lösungen. Neben der verbesserten Kommunikation durch die neu geschaffenen persönlichen Ebenen zielen die Veranstaltungen auf die Vereinheitlichung und Optimierung der Prozesse sowie auf einen Perspektivwechsel der unterschiedlichen Leistungserbringer ab.

Fortbildungen für nicht-ärztliches Personal

Für die sektorenübergreifende Zusammenarbeit ist es von Vorteil, wenn das Fachpersonal das Bewusstsein für besser koordinierte Übergabeprozesse schärft. Die Gesundheit für Billstedt/Horn UG entwickelt für alle nicht-ärztlichen Berufsgruppen im Gesundheitsnetz ein entsprechendes Schulungsprogramm. Neben theoretischem Wissen werden dabei auch kurze Hospitationen in den verschiedenen Tätigkeitsbereichen vermittelt, die einen Perspektivwechsel ermöglichen. Über Details und erste Erfahrungen informieren wir in Kürze.

IT-gestützte Daten- und Befundübermittlung

Durch eine IT-Anbindung der Kliniken an das Ärztenetz werden behandlungsrelevante Daten- und Befunde digital zur Verfügung gestellt. Informationen gelangen somit zeitnah an den richtigen Arzt und sichern die Behandlungsqualität und -kontinuität. Dadurch lassen sich Doppeluntersuchungen und Therapieunterbrechungen vermeiden.

Stationäre Versorgungskoordinatorinnen

An die Klinik angegliederte Versorgungskoordinatorinnen identifizieren Patienten mit poststationären Versorgungsbedarf bereits im Krankenhaus. Über das reguläre Entlassmanagement hinausgehend organisieren sie Termine beim Haus- und/oder Facharzt sowie im Gesundheitskiosk und stellen die Übergabe aller Befunde an die weiterbehandelnden Ärzte sicher.