Unser Gesundheitssystem ist in seinen Strukturen nur schwer zu durchschauen. Wo und von wem bekommen Sie die Hilfe, die Sie benötigen? Wer sagt Ihnen, welche Medikamente überflüssig, welche Notwendig sind? Wann und wo kann ich mich impfen lassen? Was zahlt meine Krankenkasse für Vorsorge und Prävention? Wir im Gesundheitskiosk sind gut mit unseren ÄrztInnen vernetzt und lotsen Sie gemeinsam mit den sozialen Gesundheitseinrichtungen im Stadtteil durch den Dschungel.

Prävention

In den erste drei Jahren wurden ca. 10000 Beratungen durch akademisierte, mehrsprachige Pflegekräfte im Gesundheitskiosk durchgeführt. Der Gesundheitskiosk ist dabei mit 100 Einrichtungen aus dem Sozialraum vernetzt, um Patienten langfristig im Sozialraum anzubinden. Neben der individuellen Beratung bietet der Gesundheitskiosk aktuell über 30 verschiedene Gesundheitskurse für die Teilnehmer im Gesundheitskiosk an. Gemeinsam mit den Stadtteileinrichtungen werden – zur nachhaltigen Verbreitung von Gesundheitsinformationen – zahlreiche Projekte in den beiden Stadtteilen umgesetzt.

Fakten

Primärversorgung

Das Ärztenetz Billstedt/Horn e.V. ist auf mehr als 60 Ärzte angewachsen und hat über 1500 Patienten an den Gesundheitskiosk überwiesen. Am regelmäßigen Austausch zur Arzneimitteltherapiesicherheit nehmen kontinuierlich 25 Ärzte teil. Weitere Formate zur Vernetzung der Ärzte wurden erfolgreich implementiert und werden von durchschnittlich 15 engagierten Beteiligten besucht.

Fakten

Stationäre Versorgung

Kooperation mit dem Marienkrankenhaus, dem Bethesda Krankenhaus, Asklepios Wandsbek und der Stadtteilklinik Hamburg zur Verbesserung der poststationären Versorgung. Über eine erfahrene Gesundheits- und Krankenpflegerin werden Versorgungsbedarfe wie chronische Erkrankungen, das Fehlen pflegender Angehöriger oder fehlende Gesundheitskompetenzen frühzeitig erkannt und in Zusammenarbeit mit dem Ärztenetz und dem Gesundheitskiosk gelöst.

Fakten

Pflege

Im Bereich Pflege arbeitet die GfBH mit 12 Kooperationspartnern zusammen und erreicht damit 75 Prozent der Patienten in den Pflegeeinrichtungen. Die Kooperation umfasst Schulungen für Ärzte, Pflege und Angehörige. Weiterhin werden interdisziplinäre Visiten in Pflegeheimen regelmäßig durchgeführt. Inhaltliche Schwerpunktthemen sind die Wundversorgung, Diabetes, Ernährung, Sturzprophylaxe und Palliativpflege.

Fakten

Pflege

Auf politischer Ebene hat die Hamburger Bürgerschaft das Thema Gesundheitskompetenz als einen Schwerpunkt für die Arbeit der Gesundheitsbehörde beschlossen – Der Hamburger Gesundheitskiosk wurde darin als ausdrückliches Beispiel genannt, das es zu verstetigen gelte. Eine große Zahl von Veröffentlichungen auch in überregionalen Medien zeugen von dem gesellschaftlichen Interesse an der innovativen Arbeit der GfBH.

Fakten

Gut versorgt im Ärztenetz

 

Mehr als acht Jahre dauert der Schmerz im Handgelenk nun schon.

Ines Fuhrmann kann das gar nicht gebrauchen, sie leitet als Altenpflegerin ein Team in der Stiftung Rauhes Haus. Und muss naturgemäß schwer heben. Anfang dieses Jahres wird der Schmerz unerträglich, die 55jährige wird von ihrer Hausärztin krankgeschrieben. Diagnose: Monathritis, eine auf ein einziges Gelenk beschränkte Entzündung als Folge ihres 31 Jahre dauernden sehr anstrengenden Berufslebens.

Andrea Schildt-Stadtmüller ist die Hausärztin von Ines Fuhrmann. „Sie ist mein absoluter ärztlicher Mittelpunkt“, sagt die Altenpflegerin. „Ich habe schon bei ihr gesessen und geweint. Sie ist einfach immer für mich da.“ Das kostet Zeit, die Ärzte in der Regel nicht haben, schon gar nicht in Billstedt und Horn. Die Praxen hier sind überlaufen, es gibt einfach zu wenig Ärzte für zu viele Menschen.

Gleichzeitig aber wächst seit gut einem Jahr ein Projekt im Osten Hamburgs, das diese für Ärzte und Patienten gleichermaßen unerträgliche Situation positiv kontert: Das „Ärztenetz Billstedt/Horn e.V.“. „Bisher haben sich die Patienten im medizinischen Netz zu oft verloren. Der eine Arzt wusste nichts von dem anderen, es kam zu Übermedikationen, die Wartezeiten bei Fachärzten waren zu lang“, sagt Andrea Schildt-Stadtmüller. „Jetzt können wir Hausärzte zum Beispiel einen medizinischen Pfad erstellen, der eine ganz klare Diagnose- und Therapiestruktur aufweist und eine zeitnahe Behandlung durch Fachärzte ermöglicht.“

Gut versorgt im Ärztenetz

Mehr als acht Jahre dauert der Schmerz im Handgelenk nun schon. Ines Fuhrmann kann das gar nicht gebrauchen, sie leitet als Altenpflegerin ein Team in der Stiftung Rauhes Haus. Und muss naturgemäß schwer heben. Anfang dieses Jahres wird der Schmerz unerträglich, die 55jährige wird von ihrer Hausärztin krankgeschrieben. Diagnose: Monathritis, eine auf ein einziges Gelenk beschränkte Entzündung als Folge ihres 31 Jahre dauernden sehr anstrengenden Berufslebens.

Andrea Schildt-Stadtmüller ist die Hausärztin von Ines Fuhrmann. „Sie ist mein absoluter ärztlicher Mittelpunkt“, sagt die Altenpflegerin. „Ich habe schon bei ihr gesessen und geweint. Sie ist einfach immer für mich da.“ Das kostet Zeit, die Ärzte in der Regel nicht haben, schon gar nicht in Billstedt und Horn. Die Praxen hier sind überlaufen, es gibt einfach zu wenig Ärzte für zu viele Menschen. Gleichzeitig aber wächst seit gut einem Jahr ein Projekt im Osten Hamburgs, das diese für Ärzte und Patienten gleichermaßen unerträgliche Situation positiv kontert: Das „Ärztenetz Billstedt/Horn e.V.“. „Bisher haben sich die Patienten im medizinischen Netz zu oft verloren. Der eine Arzt wusste nichts von dem anderen, es kam zu Übermedikationen, die Wartezeiten bei Fachärzten waren zu lang“, sagt Andrea Schildt-Stadtmüller. „Jetzt können wir Hausärzte zum Beispiel einen medizinischen Pfad erstellen, der eine ganz klare Diagnose- und Therapiestruktur aufweist und eine zeitnahe Behandlung durch Fachärzte ermöglicht.“

Ines Fuhrmann hat es erlebt. Und ist begeistert. „Ich war im März bei Frau Doktor, und da hat sie die Maschinerie sofort in Gang gebracht.“ Die Maschinerie: Die Hausärztin überweist Ines Fuhrmann an den Orthopäden Gerd Fass, ebenfalls Mitglied im Ärztenetz. Seine Diagnose: die Entzündung kann nur noch durch die Entfernung der befallenen Knochen behandelt werden. Gerd Fass überweist die Altenpflegerin zu einem speziellen Handchirurgen, der sie operiert. Durch die Vernetzung der Ärzte sind alle beteiligten Mediziner immer auf dem aktuellen Behandlungsstand, das spart viel Zeit. „Wir müssen nicht mehr mühsam hinter wichtigen Informationen herlaufen, und die Patienten sind gut vorbereitet“, sagt Gerd Fass.

Das Ärztenetz ist Teil des Projektes „Gesundheit für Billstedt/Horn“. Mittlerweile sind knapp die Hälfte der Ärzte in den zwei Stadtteilen im Netzwerk organisiert. Für Andrea Schildt-Stadtmüller ein großer Schritt in eine bessere Versorgung: „Dadurch bekämpfen wir die ungeheure Verschwendung von medizinischen Ressourcen.“

Ines Fuhrmann ist inzwischen operiert, muss für mehrere Wochen eine Schiene tragen. „Und dann hoffe ich, dass ich wieder arbeiten kann. Das bedeutet mir sehr viel.“

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